Real Estate

(2013)

verstörend

Der Roman ‘Im Stein’ von Clemens Meyer ist schwere Kost und führt zu schlechter Verdauung. Kein leichtes, sich hier durchzugraben. Er ist es jedoch wert, in vielerlei Hinsicht gelesen zu werden. Aufgrund der unterschiedlichen Perspektiven und Stimmen von Personen, die im ‘sogenannten’ Rotlicht ihren Geschäften nachgehen.
‘Im Stein’ handelt von der imaginären Stadt Eden, einer Stadt, die überall ist oder sein könnte, auch wenn auf den ersten Blick das Zentrum Leipzig/Halle die Hauptrolle spielt.

Eden City: wo Mörderbanden, V-Männer des Verfassungsschutzes, Polizisten, Politiker, die Treuhand, manche Staatsanwälte mit Kriminellen deshalb gemeinsam Sache machen, weil die kriminellen Strukturen des organisierten Verbrechens nicht nur innerhalb des ‘sogenannten’ Milieus sind, sondern ganz tief innen in der Gesellschaft funktionieren, so wie Prostitution als Prinzip in der „Mitte“ der Gesellschaft angesiedelt ist und wo jeder Geschäftsmann, der von unten kommt, hin will. Ab in die Mitte: anerkannt, respektiert, also wie alle anderen eben auch, die das alles so schön stabil halten und dafür sorgen, dass der Geruch – des Scheisshauses oder des ganzen Bluts – wie man es nimmt, nicht nach aussen dringt, sondern schnell weg geputzt wird, von den Putz-Brigaden.

Denn ALLE profitieren von der ‘Ordnung’, der ‘Sauberkeit’, gerne in Zusammenarbeit mit ‘Ordnungshütern’. Ob es das Wegputzen ‘vergifteter Huren auf der Strasse’ ist, die man vorher mit dem eigenen Stoff aus der Giftküche versorgt hat, die Geldwäsche, die schwarz in weiss verwandelt, die Vergangenheiten sauber wäscht, so sauber wie Persil. Alles hat Ordnung, alles hat seinen Platz, die Spenden an die Hurengewerkschaft, die keine ist, an die Kirchenblättchen … an die SPD and so on

Alles sauber angemeldet, die Bullen lassen einen in Ruhe, man steht sich gut mit den Ämtern und der Stadt, man ist per Du, Ruhe soll sein, einkehren, kein Chaos, damit die Geschäfte störungsfrei laufen. Chaos stört nur das Geschäft.

Wie über das Unaussprechliche sprechen, schreiben? Das, was man mit Theodor Adorno Schuldzusammenhang nennen kann. Bei den ganzen Leichen im Keller, eine Geschichte, die das Fundament für Ordnung und Sauberkeit schuf, die Toten, eingebettet in dieser Geschichte oder im Moor.

Der Stein: Die gewünschte ‘Hurenpipeline’ unter der Erde, die die Städte mit Fleisch versorgt, wovon man träumt. Oben, an der Oberfläche. Der Stein: Wichsbuden, die Stadt, Immobilien, Diamanten, Cristall, Crack, Kokain, alles Stein. Ein Stein, den kein Bildhauer bezwingen kann, obwohl Clemens Meyer, er hat es versucht, er hat Spuren in den Stein gehauen, hat sich durch das Gespinn aus ‘Silberfäden’, den feinen Leuten von C & W, einen Weg gebahnt, um das alles, was man ‘System’ nennt, durchzuackern, anzuschauen. In einem ungeheuren Chorus aus Stimmen, von Huren und anderen Protagonisten des Gewerbes, in- und ausserhalb des sog. Milieus, die alle ganz tief drinne sind, in der Gesellschaft, im Stein.

Eine schnelle Meinung oder ein schnelles Urteil über das Buch zu sprechen: lasst hören! Unten in den Links zu den Buchrezensionen kann man einige Stimmen von Literaturkritikern nachlesen. Vieles erscheint mir unverstanden.
Niemand kann, zumindest, wer in dieser Gesellschaft Konsument und Profiteur ist, nach diesem Buch weiter seinen naiven Fantasien anhängen, von denen da oben und wir da unten, weil das nämlich alles zusammengehört. Der Roman, die einzige Möglichkeit, ähnlich wie Filme, unangenehme Wahrheiten als Fiktionen an den Mann und Frau zu bringen?!

Ja, die ganze Gesellschaft ist hier in diesem Stein zuhause. Der grosse Fleischmarkt, wie es im Roman heisst, zusammen mit den Fonds, den Aktien, die Anleger, Konsumenten, alles Profiteure eines im Kern unmenschlichen Systems, dass auf Ausbeutung beruht. Und die Ökonomie des Rotlichts funktioniert wie alle Ökonomien.
Der Eisenhans im Märchen, Hans der Schlachter, wie er im Roman vorkommt, ist überall. Das Marx’sche Kapital wird zitiert, steht ja bei den Saubermännern auf dem Index hihi, da steht alles, wie es funktioniert: die globalisierten Fleischmärkte, die internationalen Vernetzungen, die Connections. ‘Im Stein’ ist im Prinzip nicht nur ein Gesellschaftsepos unserer Zeit, sondern auch eine grosse Kriminalgeschichte, nicht nur über die letzten 20 Jahre. Denn der Stein beschreibt auch ein Prinzip, das der akzeptierten Ausbeutung. Darf man das sagen?
Die blutenden Leichen werden durch den Abguss gepresst und hinten kommen vergoldete Nasen raus. Eden City, das Paradies, für die, die es sich leisten können. Da können auch Mörderbanden und eine Justiz, die Unrecht spricht, unbehelligt ihrem Treiben nachgehen. Vom ‘rituellen Versenken der Leichen’ ist ja die Rede.

Das ‘Sogenannte’: Anders, als ich es in mancher Buchbesprechung las, tauchen kaum die ‘sogenannten’ Zuhälter auf, sondern Business People, Geschäftsleute (nicht nur Männer); bis auf einen einzigen, der mit seinen Miezen aus dem Ruhrpott erst Pommes Frites, dann die Mumus gewinnbringend an den Mann verhökert, im Osten, dem Experimentierlabor der Glücksritter. Obwohl da wenig Zeit für Experimente ist, da werden die Rezepte nur nachgekocht. Hat schon im Westen funktioniert, alles das gleiche vor der Geschichte, Ost wie West, BKA, Stasi, alles.
Kairos, eine kurze Zeit, eine Chance, die sich eröffnet, meinten schon die die alten Griechen, um Entscheidungen zu treffen, politische Weichen zu stellen, abzukassieren, die Grundlagen zu legen, wie der Fleischmarkt funktionieren soll, wohin der Geldfluss gelenkt wird. Geschäftsmodell “Flatrate Scheisse” eben, wie es im Roman von einem Betreiber genannt wird, und worunter nicht nur Praktiker kaputt gegangen ist.
Also ein einziger Zuhälter kommt vor, von einem Hippieluden aus Hamburg ist auch kurz die Rede, ein ganz Kluger, sonst nur ‘Geschäftsleute’, ehemalige Stasi-Manager, die Treuhand, V-Leute, die den Reibach machen. Eine Hand wäscht die andere, die ‘paar’ Leichen im Keller waren notwendig, damit der Laden sauber ist. Das Jasmin, das Kinderbordell, der Sachsensumpf, ein vernachlässigbarer ‘Kollateralschaden’, Wilder Westen eben, damals (?), auf dem Weg zu blühenden Landschaften.

Putzig sind die Einlassungen zum Thema Hurenrechte, ja schreiend komisch. Manager, die Hydra unterstützen, alles unterstützt ‘sauberes arbeiten’, der Dreck wird von der Strasse ‘geputzt’. Ja lasst uns mal über Privatversicherungen und Mietwucher sprechen, ja spricht doch, war auch schon 2005 ein Thema. Und die wenigen, die auf eigene Tasche arbeiten und sich nicht abkassieren lassen, ob durch faule Ehemänner oder Vermieter, sind so wenig, dass es keine Konkurrenz für die Zimmervermietung bedeutet. Oder doch? Also wenn das mehr werden, die von privat und so … also sauber gearbeitet kann doch nur von Clubs und Wohnungen für Summe X, zuviel Selbständige, also echte Selbständige, da stehen ja die Freudenhäuser leer!! Und ja auch die kleinen Wohnungsbordelle, die von Ex-Huren betrieben werden, auch Manager, also die werden gerne geschlossen, damit der Fluss an Kunden in die Grossbordelle und Zimmervermietungen rauscht, wenn es ausser der kriminalisierten Strasse keine Ausweichmöglichkeit für die Triebbefriedigung gibt. Idealzustände woll? Und auch die Strasse, ja, die wird allenthalben geschlossen. Blick ins Grüne, alles sauber, gentrifiziert, teure Mieten, die Anwohner schimpfen, Latte Macchiato, Flaniermeilen. Unser Dorf soll schöner werden.

Und da kann man so schön in die Bücher schauen, bei den sauberen Geschäftsleuten, alles versteuert hihi, in den Melkstationen, aber bei den Privaten, die sich frecherweise selbständig gemacht haben oder diesen ganzen ‘Ausländerinnen’, die da zusammengepfercht irgendwo arbeiten, die der Polizei oder dem Gewerbeamt nicht einfach die Tür aufmachen, ausser bei Gefahr in Vollzug, da stimmt doch was nicht mit den Umsätzen, da müssen wir dringend ran, am besten vor jedem Haus einen Steuer-Automaten aufstellen, so wie in Bonn oder Zürich, mit rotem Schirm, juhu, das Symbol der Sex Worker Rechte, als Gütesiegel missbraucht oder so, also von jenen, die in diesem ganzen Business nichts zu melden haben. Die sich so über Wasser halten oder zu ihrer Stütze etwas hinzu verdienen, einfach unabhängig arbeiten wollen. An die muss man ran. Diese gemeinen Steuerhinterzieherinnen, diese Parasiten, die sich in Deutschland breit machen, um zu überleben. Macht mal die Grenzen zu … Mensch, wird’s bald!!

Die “Zuständigkeiten” haben sich eben geändert. Also da, wo geschmiert wird. So ein Mist aber auch, aber das lässt sich mit den ganzen guten Verbindungen schnell einrenken. Bausenatoren, Baurecht und so. Alles sauber. Ja, die von privat auf eigene Tasche arbeiten sind den …. äh Behörden ein Dorn im Auge. Oops. Fehlermeldung.

Und schmeisst doch endlich die dreckigen Einwanderer, also die da, wie Soziologen, Studenten und so sie bezeichnen, die diesen ganzen Migrationshintergrund haben, bäh, die wollen wir hier nicht, den ganzen Dreck raus aus Deutschland, weg damit von den Strassen, also jene, die gar keine Chance haben in den Clubs zu arbeiten, in den sauberen Bordellen, weg damit, dann gehen auch die Preise wieder hoch, bei den deutschen Huren. Hurra!

Und Coppenrath &Wiese bedient sich eh an der Strasse, da gibt’s immer Nachschub, keine Sorge, denn dafür wird gesorgt, im Handel & Wandel, international, ob legal oder illegal, ist alles dasselbe; oder im Hotel über manche Agenten und Agenturen, die Dossiers anlegen, angeblich zum Schutz der Escorts haha, äh ihrer Klientel. Wie praktisch, diese Dossiers, diese Akten, Kontrolle, man weiss ja nie, wofür man die Daten noch braucht; bedient wird ganz oben immer, garantiert, da geht die Arbeitskraft nicht aus, da gibt es immer Nachschub – High Class eben. Gecoacht von Eden City.
Die Engel, die auftauchen, sind die Höllenengel, die Engel GMBH, der CEO hinter den Spiegeln, das scheinen nicht nur Motorradliebhaber zu sein, die ihre Dingenskirchen im trockenen haben. Der Höllenfürst hat eine ganze Armee gefallener Engel um sich versammelt, die als Teufel oder Satan regieren.
Wir lernen: es kann keine Trennung zwischen Gut und Böse geben, auf die ‘gute’ Seite, auf die man sich mit gutem Gewissen schlagen kann, so wie wenn man organisch frisst und sauber shoppt – Fair Trade genannt , auch wenn das einem manche Köche … äh Kirchenfürstinnen weiss machen wollen, es ist alles grau, gemixt, wie das Geflecht von Herrn Meyer. Danke Herr Meyer für das Gericht, hat mir zwar nicht geschmeckt. Aber schmecken muss einen der ganze Dreck ja auch nicht. Ist doch nuuur Geschreibsel über einen ‘Rechtsstaat’, in dem wir leben, und wo letztlich alle Profiteure sind. Ist nur Buch, tut keinem weh. Danke.

Clemens Meyer, Im Stein (mit Leseprobe), nun auf der Shortlist, nominiert für den deutschen Buchpreis!
Autorenseite (mit Interview)

Empfehlung von einer Ex-Hure: Shortlist September und dann eben den Preis einsacken! Würde mich sehr freuen.
So wie bei der Dame vom letzten Jahr, die ‘Landgericht’ schrieb, Ursula Krechel eben. Eine schöne Reihenfolge wäre das. Fast wie (Nachkriegs-) Geschichtsschreibung. So kommt das doch alles irgendwie zusammen. Im Literaturbetrieb sollte immerhin etwas Gerechtigkeit herrschen.

andere Rezensionen (vorläufige Auswahl):

http://www.welt.de/kultur/literarischewelt/article119562769/Prostitution-ist-in-der-Mitte-der-Gesellschaft.html?wtmc=social

http://www.zeit.de/2013/35/literatur-roman-clemens-meyer-im-stein

http://www.faz.net/aktuell/feuilleton/buecher/clemens-meyer-und-der-roman-im-stein-die-welt-ist-bunt-und-rot-und-stimmt-nicht-mehr-12536013.html
http://www.br.de/radio/bayern2/sendungen/kulturwelt/clemens-meyer-und-sein-roman-im-stein-100.html

http://detektor.fm/kultur/clemens-meyer-kehrt-mit-im-stein-und-rotlichtmilieu-zurueck/

http://www.tip-berlin.de/kultur-und-freizeit-lesungen-und-buecher/clemens-meyers-roman-im-stein

http://www.spiegel.de/kultur/literatur/im-stein-prostitutions-panorama-von-clemens-meyer-a-915377.html

http://www.taz.de/Neuer-Roman-von-Clemens-Meyer/!122246/

http://www.mdr.de/kultur/clemens-meyer112.html (mit Interview)

http://www.perlentaucher.de/buch/clemens-meyer/im-stein.html


17. December * a poem *

DSC03840

this is not a love song

you know me
I’m an escort girl
and my heels prick the ice
like spikes

my brain is to amuse you
my mouth is to praise you
my sensuality keeps you warm
my sirens song whispers the way
and my heavenly scent
release you
in your endless days

but once a year
after the petals have wilted
and before the first snow starts falling
my voice raises into a gruesome howl
a song in a choir of grief that has to be made

sung for all my global mates
fallen and wounded in the battle of life
for their families and friends
on the 17th of december

We throw our fist in the air
from hands that always care
which stroke fluffy balls and weary heroes
by hands at arms to embrace
not made to held candles

We reaching out to the lost
extend the hands to their souls
our voices reach the sky
to commemorate those
who met their fate
which is not a really one at all

violence, stigma and murder
purely made by man
and their accomplice jurisdiction
and a brutal legislation
because “they” disgrace the name of justice
not my mates

who lost their lives
in pursuit to bring happiness and adult fun
pure entertainment without obligation
by a service made with commitment and love
why this aversion and aggression against “us”?
what have we done?

© Ariane 2011


Manifesto of Love

969310_4983177861236_1138696695_n Design 2013 ©The Dale @ Harmony Storm

Manifesto of Love

I hereby declare solemnly the foundation of the United States of Angels
  an ex-territorial de-national Sexworkers global state
on behalf of the Pussy Party
  and the International Sexwork-Rights-Movement.
 
The Pussy Party was founded in 2005 entered into a coalition with the Pussy Labour Party in 2008 
 
After fierce conflicts with right-feminists and abolitionists,
we decided together with affiliated organizations
the Anglo guerrilla,
the vanilla sex party, 
the ASS – the Association to support  victims of bad sex  –
and the UFC – the union of freed chicks  – 
 
to express our self-determined interests independently.
 
A true liberation of sexuality has never took place on earth
 and for this reason, if for no other,
sex work still exist in the present as a global reality. 
We advocate a liberal and libertarian understanding of Sex & Eros.
we stand up for a liberalized dealing with sex and eroticism in general
  and paid sex in particular.
 
The risks of social consumption of any services in the sex industry,
usually we carry by ourselves.
 
Despite liberal laws in a very few countries our social environment becomes still permeated by discrimination, stigmatization and criminalization.
 
We hereby declare
 
first 
 
that human rights and human dignity apply to everyone and
unconditionally
no matter if someone offer A-Levels or a rubber-coated Girlfriend-experience: no matter if escort or streetwalker
  a whore is a human, a human, a human beeing
 
secondly
 
 sexual self-determination of all sex workers. 
 
thirdly
 
 free speech, travel, the right of assembly and association of all sex workers within a globalized world.
 
we call to implement the Brussel sex worker manifesto from 2005 to create decriminalization and legal certainty for all service providers and their clients.
 
 Bans lead to the opposite drifting into the underground, 
  increasing vulnerability of sex workers throughout its global.
 
We wish you to lead attention to the pacifying effect of  a sustainable sex drive 
within families, within – and between nations and states
  as a result of self-determined and not enslaved sexwork.
 
We stand for cultivation of pleasure
We wish for sexuality, that not only lustful discharge, but a source of life, sensuality, creativity, easiness and playfulness.
 
 
No more double standards and denial of sexual fantasies
  Eroticism,  sex and love are the basis of mankind and humanity.
Women and men who work with it are experts in this field, not collective scapegoats.
 
We say “never again” and announcing to fight back 
and declare war on all hooker republics worldwide
to terminate  stigmatization and criminalization since ages.
 
The Hooker Republics true self exist in societies who’s favor economizing all human relationships, 
disabling a life free of fear, to put all eroticism to an end.
 
Pussies of the world unite!
 
We advocate partnership oriented and playfully dealing
with cashless and money paid transactions,
and remember our relatives,
the peaceful bonobos apes, who solve conflicts through sex. 
the chimpanzee era is over.
 
Stand up! for a satisfied world!
 

http://www.xtranormal.com/watch/12482129/golden-dick-manifesto

(sorry for any mistakes; english is not my native language, only blow jobs; bye)

THE GOLDSCHWANZ MANIFESTO
written around 2009 A.


Butter bei die Fische VI Stigma & Schweigen

Ich hatte ja noch über einen letzten Blogbeitrag vor längerer Zeit nachgedacht, den Gedanken aber dann verworfen, weil ich so wütend war. Nun bin ich etwas erfrischter, durch meine letzten Reisen nach Frankreich und England, insbesondere auch durch den kanadischen Gerichtsprozess um die Gesetzesreform von Prostitution am letzten Donnerstag. Der sog. Bedford Fall wurde von drei Sexarbeiterinnen auf den Weg gebracht, Initiatorin war Terri Jean Bedford.

Interessen & Interessenvertretungen (Auswahl):

Stella http://www.chezstella.org/stella/?q=en/Bedford

Power http://www.powerottawa.ca/home.html

Pivot http://www.pivotlegal.org/sex_work_groups_from_the_dtes_ready_to_intervene_at_scchttps://d3n8a8pro7vhmx.cloudfront.net/pivotlegal/pages/84/attachments/original/1345748276/BeyondDecrimLongReport.pdf?1345748276

Der Prozess:

+++ UPDATE 21.12.2013 +++ KANADA KIPPT ALLE GESETZE GEGEN PROSTITUTION – der vollständige Text der Entscheidung http://scc-csc.lexum.com/decisia-scc-csc/scc-csc/scc-csc/en/item/13389/index.do

Gerichtsakten http://www.scc-csc.gc.ca/case-dossier/cms-sgd/fac-mem-eng.aspx?cas=34788

Aufzeichnung aus dem Gerichtssaal http://scc-csc-gc.insinc.com/en/clip.php?url=c/486/1938/201306130500wv150en,001Content-Type:%20text/html;%20charset=ISO-8859-1

Berichterstattung (eine Auswahl):

http://www.cbc.ca/news/yourcommunity/2012/03/should-canadas-prostitution-laws-be-changed.html

http://www.theglobeandmail.com/news/national/crown-punts-sex-for-hire-issue-to-politicians-in-landmark-court-battle/article12508644/

http://becomingcollective.wordpress.com/2013/06/12/sex-work-and-self-determination-in-solidarity-with-the-bedford-case/

***

Eines der frustrierendsten Dinge als Sexarbeiterin, zu deren Berufsbild Diskretion gehört, ist es, Angst zu haben, öffentlich zu sprechen und sich in Debatten einzumischen. Aus Angst, sich zu outen. Dies hat mich immer begleitet; die Angst durch andere, geoutet zu werden, hat mich dazu veranlasst, vor Jahren in die Offensive zu gehen.

Dies ist aber schlecht für das Geschäft und Image, das war mir klar; und je deutlicher ich sichtbar wurde, mit meiner persönlichen Meinung, meinen Erfahrungen und Überzeugungen, desto stärker fühlte ich, dass es an der Zeit ist, mir einen anderen Job zu suchen.

Nein, Sexarbeit ist kein Beruf wie jeder andere, wie es all jene akklamieren, die auf das Recht auf selbstbestimmte Arbeit pochen. Oftmals ist Sexarbeit die einzige Möglichkeit zu überleben, in Deutschland und weltweit, weil andere Optionen verschlossen sind oder weil man nicht in einem unterbezahlten Job oder in Abhängigkeitsverhältnissen leben möchte. Sei es eine Ehe mit Versorgungsanspruch unter diktierten Bedingungen oder der Weg zum Arbeitsamt. Viele haben das schon hinter sich, auch die Gängelei und den Zwang in Paarbeziehungen, der einem jede persönliche Entfaltungsmöglichkeit raubt.

Es gibt viele gute Gründe, auch unter legalisierten Bedingungen über diese stigmatisierte Arbeit zu schweigen: es ist nicht nur das Stigma und die soziale Bewertung in unserem und anderen Kulturkreisen. Oft sind es auch aggressive oder dominante SexarbeiterInnen mit wenig Sachkenntnis, die die Wortführerschaft beanspruchen, oft privilegierte, artikulierte Personen, die die Wortführerschaft an sich reissen, aber nicht die Interessen aller SexarbeiterInnen miteinbeziehen. Das Privileg von manchen verstellt den Blick auf die miesen Arbeitsbedingungen, unter denen viele werkeln, Bedingungen, die in die Persönlichkeitsrechte eingreifen, die einen stumm machen und weil man das Geld zum Leben braucht.

Gelddruck, Abhängigkeiten – wie soll man da laut und öffentlich werden? Eine Frechheit von all jenen, die sich selbst zwar frei geschwommen haben, aber Outings anderer forcieren wollen.
Illegalität, Abschiebung – sollen Sexworker, die davon betroffen sind, die Schnauze aufmachen? Hirnrissig.
Das Stigma verstärkt die Barriere, in Not nach Hilfe zu fragen.
Und das Menschenhandels-Narrativ, dass alle Sexworker als Opfer, alternativ Opfer eines falschen Bewusstseins definieren will: da traut sich doch kaum noch eine in die Öffentlichkeit und wird von vorneherein nicht ernstgenommen. Man erkennt es ja alleine schon am Umgang vieler JournalistInnen mit Erotikdienstleisterinnen: immer auf der Suche nach abgewrackten Showstars auf der Strasse oder nach schönen Bildern. Der Voyeurismus der Kamera ist unverhohlen und hält drauf.
Die Mystifizierung zum Traumberuf: es gibt gewisse Wahrnehmungsbarrieren bei manchen, Werbung und Realitäten auseinander halten zu können: aber warum für “Hurenrechte” eintreten, wenn der Job doch ein Traumjob ist? Macht keinen Sinn, insbesondere, weil er für viele kein Traumjob ist. Und das wird geleugnet. Der Wunsch der Kunden wird verinnerlicht, die gesellschaftliche Mystifizierung von körperlicher Nähe, Sex und ‘echtem’ Begehren kulminiert in der Girlfriend-Erfahrung.
Das Versprechen, eine Nähe zu ermöglichen, wie mit einem Liebsten, also einen Menschen, den man begehrt, ohne Geld.
Die Frage, die mich seit langem in Deutschland umtreibt: warum verschliessen sich manche Sexworker vor dem Leid anderer? Entweder, weil es ihnen egal ist, sie selbst zuviel erlebt haben und glauben, das andere genauso cool alles wegstecken wie sie, weil sie männerhörig sind, zuviel eins in die Schnauze bekommen haben und diese Hierarchie, die ihnen ins Fleisch und Seele geschnitten ist, nicht auflösen können, jeden als Bedrohung empfinden, der dieses Machtgefälle auch nur erwähnt?!
Dürfen Frauen nicht einfach sagen, sie machen es für Geld? Nein. Weder gegenüber den Kunden, noch gegenüber Prostitutionsgegnern. Gelddruck wird als Überlebensprostitution und somit als ‘unfreiwillig’ und als Zwang interpretiert.
Ich möchte gerne von all jenen, die von sich behaupten, einen Traumjob auszuüben, mal hören, warum es ihnen offenbar am Arsch vorbei geht, das viele Frauen nicht gerne diesen Job machen, sogar dazu gezwungen sind. Ich meine nicht den Zwang des Geldverdienens. Wobei ich Zwänge auseinanderhalten kann. Wenn also eine Frau einen Berg Schulden hat und glaubt, ihn am besten an der Steuer vorbei durch Sexarbeit abzuarbeiten – häufig werden diese Berge durch Ex-Männer, Ex-Freunde hinterlassen -, und Frauen ist das Insolvenzrecht nicht bekannt, was niemanden dazu zwingt, in die Prostitution zu gehen, ok das ist ein Druck, wie ihn auch sonstige Erwerbstätigen ihn durchleiden. Bei kleinen Einkommen oder Arbeitslosigkeit ist es in diesem Leben kaum mehr abzahlbar. Warum machen es viele Frauen dann? Weil sie sich ein schuldenfreies Leben mit weisser Weste wünschen, eine bürgerliche Existenz ohne Schufa-Eintrag. Weil sie stolz sind. Egal, wer oder was die Schulden verursacht hat. Das kann man von vielen Leuten nicht erwarten, diesen Stolz, diese Würde, sie heben ein- zweimal den Finger, Offenbarungseid, leben von der Stütze und werden den Rest ihres Lebens kaum mehr mit Verantwortlichkeiten behelligt.
Nun, die Damen in Lohn und Brot bei irgendwelchen Redaktionen oder Beratungsstellen in Festanstellung, die über SexarbeiterInnen regelmässig schreiben oder in ihrem Namen sprechen, über Prostitution, die sich FeministInnen nennen und beteuern, nur das Beste im Sexworker-Sinne zu haben. In welcher Welt leben die? In der gleichen Welt, wie wir alle. Und leider sind viele hier wie dort im gleichen Boot: die einen bezeichnen Prostitution selbst als Verbrechen – an den Frauen; die anderen, viele Sexworker leugnen sämtliche Verbrechen und Gemeinheiten in diesem Biz oder thematisieren es garnicht.
Und ja, in vielen Staaten, besonders die USA, da ist Prostitution ein Verbrechen und man wird als Kriminelle behandelt und verrottet im Gefängnis. Ursache ist ein Fundamentalismus, der alle Prostitutionsgegner in ihrem moralischen Rigorismus, auch in ihrer Frauenfeindlichkeit, Trans- und Schwulenfeindlichkeit eint.
Das einzige, was ich mit jenen teile, die behaupten, das es kein Job wie jeder andere ist, sind ganz andere Gründe, als die sie nennen – Körper verkaufen, Pfui Teufel und so … – nämlich:
es gibt keinen Job, wo man permanent nach seinem Privatleben ausgefragt wird
wo man Geld verdient, aber permanent Spass simulieren muss und das Interesse am Geldverdienst leugnen
wo man permanent (sexuelle) Selbstbestimmung “beweisen” muss, gegenüber Feministinnen und vielen Kunden, die auf der Suche nach Beweisen der Echtheit (vs. Performance) sind und weil sie selbst nicht an geschundene, ausgebeutete Frauen geraten wollen, manch anderen ist es offenbar scheissegal, wie man in Freierforen lesen kann; und wenn man selbst darüber müde ist, über Selbstbestimmung und Spass ständig Zeugnis abzulegen, man selbst der Professionalität oder eines falschen Bewusstseins bezichtigt wird. Auch von ‘KollegInnen’
Es gibt keinen Job, ausser beim Geheimdienst, wo man von allen Seiten zum Schweigen verdonnert wird; dies nennt sich Diskretion.
Unter all diesen Bedingungen ist es nicht einfach, dass sich Sexworker parallel zu ihrer Erwerbstätigkeit zu Gruppen zusammen schliessen, um auf ihre Rechte aufmerksam zu machen, dafür zu kämpfen. Ich sehe bislang keine von SexarbeiterInnen selbst geführte Organisation, sondern nur Stellvertreter, die sich selbst beauftragt haben, Interessenpolitik für ganz unterschiedliche Bedürfnisse zu betreiben. Ich sehe keine Organisation in Deutschland, die sich dafür einsetzt, die Sicherheit, das Wohlbefinden und die Menschenrechte aller SexarbeiterInnen in Deutschland zu fördern.
Eine Organisation, die dieses Ziel für sich in Anspruch nimmt, muss über einzigartige und spezielle Kenntnisse über die Auswirkungen von Prostitutionsgesetzen, von Rechtsvorschriften und ihren Auswirkungen verfügen, idealerweise länderübergreifend.
Es gibt weltweit solche Organisationen, Gruppen, Ex-/SexarbeiterInnen und auf Nieren und Herz geprüfte echte ‘Alliierte’ , die über Jahrzehnte die Expertise entwickelt haben. Mit diesen Leuten bin ich im Austausch und sah mich vor Jahren auch dazu gezwungen, da ich hierzulande über Jahre keine Unterstützung erhielt. Warum, weshalb, wieso, das werde ich zu ihren Gunsten hier nicht ausführen. Es ist einfach zu beschämend.
Ich komme zum wesentlichen: welche Rechtsform erlaubt SexarbeiterInnen die grösstmögliche Sicherheit straffrei zu arbeiten und welche Rechtsform drängt Strukturen von Ausbeutung am besten zurück?

Entkriminalisierung ist das Zauberwort, weshalb ich auch die Abschaffung des Prostitutionsgesetzes befürworte, da die gewerberechtliche Zuordnung der einzige Weg ist, Wahlfreiheit von Arbeitsorten zu garantieren und Prostitution als Arbeit anderen Berufstätigkeiten zuzuordnen. Und das bedeutet mehr Schutz und mehr Sicherheit für jene, die in diesem Job gerne arbeiten wollen.

Die vollständige Entkriminalisierung muss in der Praxis bedeuten, dass es möglich ist

– offen zu kommunizieren, Leistungen zu bewerben, Preise und Grenzen mit Kunden zu verhandeln;

– alleine oder mit Gruppen in öffentlichen Räumen ohne Angst vor Bussgeldern oder Verhaftung zu arbeiten;

– über missbrauchende oder diskriminierende Hire & Fire Einstellungen und Praktiken zu berichten;

– für den Zugang zu Arbeitsschutz zu kämpfen und die Verhandlungsmacht gg Dritten zu stärken

– mit anderen zusammen zu arbeiten, auch mit Leuten, die helfen, Kunden zu finden, die Sicherheit und Schutz anbieten, die  Dienstleistungen ausführen, die diese Arbeit erleichtern

–  mit anderen zusammenarbeiten, so dass viele nicht isoliert voneinander arbeiten müssen

– dass Partner und Menschen, mit denen wir zusammenleben, nicht von Kriminalisierung bedroht sind oder die Kinder einem entrissen werden

Wie SexarbeiterInnen sich bei Anhörungen auf politischer Ebene mit welchen Argumenten engagieren, auch über den Klageweg, wenn sie ihn für die Beseitigung von Sonderverordnungen beschreiten, wie sie Probleme artikulieren und thematisch Schwerpunkte setzen, definiert den Erfolg jeder Reform-Initiative.

Hierbei muss man eins bedenken:  Leute aus der Szene, die öffentlich und sichtbar werden, werden beobachtet, kontrolliert und geprüft, zum einen auf eigene Interessenverflechtungen, aber auch, um sie als nicht repräsentativ herabzuwürdigen oder als unpassend zu dem Image von Prostituierten zu verurteilen, das die Öffentlichkeit bzw. veröffentlichte Meinung von ihnen hat. Ziel: um Prostituierte und ihre Stimmen auch weiterhin zu marginalisieren. Dies ist ein Weg, Rechteschutz zu verhindern.

Das Stigma von Sexarbeit bedeutet eine ständige Diskreditierung von SexarbeiterInnen, von allen Seiten. Es bedeutet für jene, die nach vorn kommen und öffentlich werden ein finanzielles, in vielen Ländern auch ein kriminelles Risiko! Dessen muss man sich bewusst sein.

Entkriminalisierung bedeutet, dass Gesetze, die Prostitution zu regeln suchen, die Freiheiten, also bürgerlichen Freiheiten der Sexarbeiterinnen nicht einschränken dürfen. Berücksichtigt werden müssen auch Zuwanderungsgesetze und die negativen Auswirkungen, die Gesetze gegen Menschenhandel in aller Welt auf das Leben von Sexarbeiterinnen haben.

Gesetze oder Bedingungen, an die Sexarbeit geknüpft ist, dürfen nicht restriktiver sein als Regelungen anderer Formen von Arbeit.

Jede Rechtsreform und Rechte-Entwicklung sollte nicht durch Moralismus, sondern durch bürgerliche Rechte und Freiheiten angetrieben werden. Bei jeder Rechtsreform sollten Sexarbeiter aller Geschlechter und aus allen Bereichen der Sexindustrie einbezogen werden, insbesondere Migrantinnen. Schliesslich stellen sie auf Anbieterseite mittlerweile die Mehrheit in den europäischen Ländern.

Ausbeuterische Arbeitsbedingungen sollten mit arbeitsrechtlichen Vorschriften und Schutzmaßnahmen wie bei anderen Formen von Arbeit begegnet werden. Das Strafrecht ist kein wirksames oder geeignetes Mittel, die Erotikindustrie zu regulieren.

Dritte sind unverzichtbar für viele Sexarbeiterinnen, um sichere Arbeitsbedingungen zu schaffen. In diesem Fall müssen alle Akteure an der Verbesserung der Arbeitsbedingungen zum Schutz und Sicherheit beteiligt sein.

Was Kontaktverbotsverordnungen, Sonderverordnungen und Sperrbezirke betrifft:

sie verdrängen Sexarbeiterinnen in isolierte und daher unsichere Bereiche;

verhindern, dass Sexworker zusammen arbeiten und erhöht ihre Isolierung

verhindern, sich Zeit zu nehmen, um Autos und Kunden im Gespräch sorgfältig zu prüfen und auszuwählen

schafft illegalisierte Räume und die Wahrscheinlichkeit, nur über Abhängigkeiten von Dritten arbeiten zu können

Repressionen in jedweder Form schaffen nur ein Klima, sich im Notfall nicht an die Polizei zu wenden, zu der unter

solchen Rahmenbedingungen kaum ein Vertrauen besteht

Kriminalisierende Verordnungen

schaffen keinen Zugang zum Arbeitsrecht

schaffen nur ein gegnerisches Verhältnis zwischen Polizei und SexarbeiterInnen, weshalb sie sich in Not nicht an die Polizei wenden

erhöhen negative Behandlung durch Polizei, potentielle Arbeitgeber, Vermieter, Personen im Gesundheitswesen/Sozialarbeit und der breiten Öffentlichkeit

erzwingen zusätzliche Barrieren für SexarbeiterInnen, die den Zugang zu Beratungsstellen suchen oder mit der Sexarbeit aufhören wollen

schaffen Hürden für SexarbeiterInnen, die arbeitsrechtlichen Schutz suchen, um ihre Rechte und Ansprüche durchzusetzen

verstärken die Vorstellung, dass SexarbeiterInnen nicht wertvolle Mitglieder, Bürger dieser Gesellschaft sind und diese Stimmen und Erfahrungen nicht angehört und respektiert werden brauchen, sondern nur als ein “soziales Problem” wahrgenommen werden, das “geregelt” werden muss

Daher sehe ich den aktuellen Gesetzesentwurf auch nicht als Grund zur Panikmache, eher als Aufforderung genau hinzuschauen, worüber exakt verhandelt wird. Das einzige, wofür ich weiterhin plädiere ist, dass SexarbeiterInnen aller Geschlechter,  kultureller Herkünfte, Arbeitssettings, jene mit und ohne Privilegien in die Beratung um Auflagen, die bei ihren künftigen Arbeitsplätzen gelten sollen, einbezogen werden. Dies muss transparent und der Öffentlichkeit bekannt gemacht werden, welche Interessengruppen welche Auflagen verhandeln und mit welchem Ziel.


schöne Grüsse von unterwegs!

update * http://youtu.be/cig60zVcQW8

Da fällt mir ein, hier gibts auch eine sehr interessante Diskussion zu einem interessanten Blog-Beitrag.


no justice, no peace

FinleyDemo-smlA week of sex worker art, parties and politics! Join us for this political and cultural soiree from The Whore Cast LIVE! to Whores Bath to Oral Services.

Attend a transformative four day workshop series, Privilege, Oppression and InterseXionality. Climb on board Mariko Passions Whorrific Popcorn Theatre Bus and Cabaret at the Center for Sex & Culture. Get a whores-eye view from Amber Dawn, Emi Koyama, Brontez Purnell, Juba Kalamka, Ckiara Rose, Mariko Passion, The Incredible Edible Akynos,Tom Orr and many more. Den Rest des Beitrags lesen »


Windstille

Seit gestern bin ich kein Escort mehr. Das habe ich spontan beschlossen. Natürlich habe ich darauf hin gearbeitet, ich habe ja noch andere Ziele im Leben. Ein letzter Blog Eintrag erscheint hier in den nächsten Tagen irgendwann.

Also ABSCHIED nehmen. Auch mein ESCORT LIFE Blog ist nun zum Abschluss gekommen. Auch ihn kann man von vorne nach hinten lesen, wenn man Langeweile hat. Es hat doch was Theatralisches. Obwohl ich die leisen Abgänge liebe.